Wohnhaus in Li Curt

Zurückhaltend gestaltet, fast alltäglich wirkt das Wohnhaus im Graubündener Puschlavtal. Das 300 Meter hoch gelegene Tal wird von 4000 Meter hohen Bergen gesäumt und ist geprägt von feuchtem, windreichem Klima. Um die Häuser vor der Witterung zu schützen, wurde seit jeher sehr dicht gebaut. Ortsuntypisch ist der Bebauungsplan für ein Wohngebiet in Li Curt mit freistehenden Einfamilienhäusern. Die Architekten des Wohnhauses entschieden sich für einen einfachen Baukörper aus massiven Materialien. Die äußeren Oberflächen sind rau und grob, der Putz verleiht den aus Ziegeln gemauerten Außenwänden eine lebendige Oberfläche. Die Verteilung der Fenster unterliegt einem Raster; da einige der Felder geschlossen sind, entsteht der Eindruck traditioneller Fassaden. Glatte, erhabene Friese betonen die Öffnungen, in denen die Holzfenster tief in der Fassade sitzen. Der Innenausbau bildet einen Kontrast zur schweren Hülle des Hauses. Stützenfrei spannen auf Unterzügen gelagerte Brettstapeldecken von Außenwand zu Außenwand. Die Räume werden von möbelartigen Einbauten unterteilt, die Flächen zonieren, Nischen bilden und Funktionen wie Küche und Bad aufnehmen. Der Innenausbau ist weitgehend im Rohzustand belassen: verputzte Wände ohne Anstrich, grob gehobelte Holzflächen, kräftig strukturierte Holzriemenböden prägen das Bild.

Wohnhaus in Li Curt
© Ralph Feiner

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