Ferienhäuser in den Bergen sind oft geprägt vom Wunsch nach einer möglichst innigen Beziehung zum natürlichen Baustoff Holz. Allerdings kommt diese selten so unmittelbar zum Ausdruck wie bei diesem Kubus in der japanischen Präfektur Kumamoto. Über einer quadratischen Grundfläche von 4 Metern Kantenlänge stapelten die von einem ortsansässigen Holzhändler beauftragten Architekten Zedernholzbalken mit identischen Querschnitten. Resultat ist ein an kindliche Bauklötzchenspiele erinnernder Innenraum, der sich – als experimentelles »Final Wooden House« – den sonst üblichen baukonstruktiven Zuordnungen innerhalb des Holzbaus entzieht und stattdessen die Poesie der komplexen Einfachheit zelebriert. In elf unterschiedlichen, ineinanderfließenden Horizontallagen definieren die Balken gleichermaßen Gebäudehülle wie Innenraum und fungieren abwechselnd als Wand, Decke, Stehtisch, Sitzbank, Regal oder Bett. Angesichts der Überlagerungen entsteht ein ebenso plastischer wie vielfältig nutzbarer Innenraum mit Schlaf-, Ess- und Wohnbereichen. Die Zedernhölzer sorgen für Wärme und Geborgenheit, rahmenlose Glaselemente inszenieren den umgebenden Wald. Komfortabel wird der an Feriengäste vermietete Holzwürfel aber erst durch sein abgeschlossenes Bad, eine Küchenzeile sowie Heizung, Strom und fließendes Wasser.
