Schürmansche Decke

 - Adolf Opderbecke

Flachdecke aus bewehrtem Mauerwerk

Schürmansche Decke
Taf. 5+6 // Schürmannsche Decke, Flachdecke aus bewehrtem Mauerwerk [Anm. d. Red.]

Eine nahezu gleiche Verbreitung hat die Schürmannsche oder Gewölbeträger-Decke gefunden, deren Patentschutz neuerdings von dem Erfinder der Kleine´schen Decke erworben ist. Sie weicht von der eigentlichen Kleine´schen Decke hauptsächlich dadurch ab, dass die Eiseneinlagen nicht in jede Lagerfuge, sondern in Abständen von 3 bis 5 Steinschichten eingeschoben werden. Diese Einlagen (Fig. 442) sind so geformt, dass die schrägen Ausbauchungen als Widerlager für die benachbarten Steine dienen, die entsprechenden Vertiefungen dagegen den Mörtel aufnehmen, so dass eine innige Verdübelung der Mörtelfuge geschaffen wird und jegliche Verschiebung zwischen Stein und Eisen ausgeschlossen ist. Diese Buckelschienen werden meist in 60 mm Höhe und 11⁄4 mm Stärke aus bestem Qualitätseisen gewalzt und besitzen nach amtlichen Zerreissversuchen eine durchschnittliche Festigkeit von 5300 kg/qcm.

Für die Ausführung der Decke ist ebenso wie bei der Kleineschen Decke eine Unterschalung erforderlich, welche meist so angebracht wird, dass zwischen derselben und den unteren Trägerflanschen ein Spielraum von etwa 1 cm verbleibt. Dieser Spielraum wird dadurch erreicht, dass zwischen Schalung und Trägerflansch eine Leiste von 1 cm Stärke eingelegt wird.

Die erste Steinschicht wird an das schräg angehauene Widerlager der Mauer gelegt, erhält also eine etwas geneigte Lage. Die folgende Schicht wird senkrecht auf die Schalung gesetzt, die dritte wieder schräg, dem Widerlager der alsdann einzulegenden Buckelschiene entsprechend, so dass also zwischen den einzelnen Steinschichten keilförmige Fugen entstehen (Fig. 443) und die zwischen zwei Buckelschienen liegenden Deckenfelder wie flach gekrümmte Gewölbekappen erscheinen (Taf. 5 und 6), deren Seitenschub in gleicher Richtung mit den Hauptträgern wirkt, aber bei der geringen Spannweite der Kappen so klein ist, dass eine Verstärkung oder Verankerung der Widerlagsmauern nicht erforderlich ist. Alsdann wird gegen das andere Widerlager der Wellblechschiene die erste Steinschicht der zweiten Kappe wieder schräg verlegt und auf diese Weise mit der Wölbung bis zum völligen Schluss des Deckenfeldes fortgefahren.
(...)
Bis zu einer Stützweite der Buckelschienen von 1,50m empfiehlt sich eine Mörtelmischung von 1 Teil Zement, 1 Teil Kalk und 5 Teilen Sand; bei grösserer Stützweite eine Mischung von 1 Teil Zement und 3 Teilen Sand.

  • Stroh

    Die Professur für Kreislaufgerechten Holzbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) präsentiert dieses umfassende Nachschlagewerk zum nachhaltigen Bauen mit Stroh. Stroh bietet großes Potenzial für eine klimagerechte Baukultur: Es ist regional verfügbar, kostengünstig, CO2-speichernd und vollständig kreislauffähig. Die Publikation vermittelt Wissen über konstruktive, rechtliche und gestalterische Möglichkeiten auf nachvollziehbare, kritisch reflektierte und praxisnahe Weise. Sie dokumentiert Ergebnisse aus Lehre und Forschung, beleuchtet realisierte Projekte und zeigt konstruktive Prinzipien, Detaillösungen sowie gestalterische Potenziale. Hochwertige Fotografien, Pläne und Grafiken vermitteln die Inhalte anschaulich.