1. Einlagige Eindeckung
Die einlagige Eindeckung (Bilder 448 bis 451) empfiehlt sich nur für untergeordnete Bauten oder für Bauten zu vorübergehender Verwendung. Die Dachpappe wird auf Holzschalungen bei mindestens 8 vH. Gefälle verlegt. Die einzelnen Lagen der Pappe können gleichlaufend zur Traufe oder senkrecht zu ihr verlegt werden:
a) Gebräuchlich ist eine Eindeckung in Lagen längs der Traufe. Die Pappbahnen werden am oberen Rande genagelt; verzinkte Pappnägel in Abständen von 4 bis 5 cm. Das Dach ist um so besser, je weiter die obere Papplage die untere überdeckt. Bei Überdeckung der unteren Lage um mehr als die Hälfte entsteht das „Sturmpappdach“. Die Papplage wird nur einseitig am oberen Rande genagelt, am unteren Rande auf die unterliegende Pappbahn geklebt, bei Beton aber in ganzer Fläche aufgeklebt. Stöße werden von der Wetterseite abgekehrt und mit mindestens 10 cm Überdeckung verklebt.
b) Werden die Bahnen senkrecht zur Traufe gelegt, dann müssen die Deckstellen mit Nesselstreifen überklebt werden (vgl. oben rechts Bild 450).
c) Beim Leistendach werden die Bahnen auch senkrecht zur Traufe, aber zwischen Dreiecksleisten verlegt und die ungeschützten oberen Leistenkanten durch Pappstreifen gedeckt (Bild 451).
2. Mehrlagige Eindeckung
Auf die Holzschalung werden mehrere Lagen Dachpappe genagelt oder geklebt, und zwar die erste Lage an der Traufe in halber Bahnbreite, die weitere in ganzer Bahnbreite, wobei die obere Lage die untere gut zu überdecken und dabei die Nagelreihe zu schließen hat (Bilder 452 bis 454). Hierauf wird dann die zweite und gegebenenfalls die dritte Lage mit der zu der betreffenden Pappe gehörigen Klebemasse geklebt. Dabei sind die Nähte zu decken! Je größer die Überdeckung der Bahnen, um so sturmsicherer ist das Dach.
Eine massive Unterlage ist vor Eindeckung sorgfältig zu reinigen und zum Binden des Staubes und zum Schließen der Poren mit Asphaltlack zu bestreichen. Hierauf ist die erste Papplage zu kleben, der dann die weiteren folgen. Die Papprollen müssen vor dem Kleben auf der Dachfläche ausgerollt werden, damit sie sich dehnen können. Kleben möglichst bei warmem sonnigem Wetter! Erst Fläche bestreichen, die beklebt werden soll, dann Pappe selbst bestreichen und dann aufkleben!
Die Anschlüsse an höher gehende Bauteile müssen gehörig hoch geführt und gelenkig gehalten werden. Pappe nie scharf knicken, Dreiecksbretter oder Kehlbretter einlegen!
Die oberste Lage der Pappe ist vor Einwirkungen der Witterung, Sonne, Luft, Hitze, Kälte und Wind zu schützen.
Ausführungsarten
a) Mehrlagiges Pappdach mit Steinkohlenteer- oder Bitumenanstrich (schwarzes Pappdach, stark wärmespeichernd);
b) mehrlagiges Pappdach mit einem Anstrich von bunten Dachlacken (farbiges Pappdach, silbergrauer Aluminiumanstrich, wenig wärmespeichernd);
c) mehrlagiges Pappdach, überstrichen mit heißem Kiesdachkitt, in den silbergrauer erbsengroßer Perlkies eingepreßt ist (Kiespreßdach, Bild 455, Asphaltindach). Der Kies soll vollkommen staubfrei gewaschen sein. Das Einpressen geschieht beim Verteilen des Kieses mit einer breiten Holzschaufel. Nachdem die Kiesdachkittmasse erkaltet ist, wird der überschüssige Kies abgekehrt;
d) mehrlagiges Pappdach (mindestens drei Lagen) mit einer 3 bis 5 cm hohen Aufschüttung eines Sandlehmgemisches (Sandlehmpappdach);
e) mehrlagiges Pappdach (mindestens drei Lagen) mit einer 10 cm hohen Aufschüttung von weichem Sand und Kies (Holzzementdach, Bild 456).
Teerpappdächer müssen alle zwei bis drei Jahre mit heißem destilliertem oder präpariertem Steinkohlenteer (DVM 2136) oder mit kalter Teeranstrichmasse angestrichen werden. Lecke Stellen müssen entweder überklebt oder mit Teerfaserkitt ausgebessert werden. Bitumenpappdächer werden alle fünf Jahre mit heißem Bitumen oder kalten Bitumenlösungen angestrichen.
